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Bild: Inna Rempel

Raum der Stille

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Bild: Inna Rempel

Im Turm auf der Westseite der Kirche befindet sich ein ganz besonderer Raum. Der Turm und ein Teil der Nordwand der Kirche gehören zur alten Westener Burg, dem ältesten Teil der Kirche. Lange Zeit war der Turmraum eine Gruft. 1960 wurden hier schließlich die Kreuze der Kriegstoten aus den Ortschaften der Kirchengemeinde aufgehangen. Die Kreuze, die jeweils den Namen eines Kriegstoten tragen, hingen vorher an den Emporen im Kirchenschiff. So sollte der Turmraum zu einer „Ehrenhalle“ umgewidmet werden. In einer Aktion mit den Konfirmand_innen der Kirchengemeinde wurde 2014 dieser Raum erneut umgestaltet. Die frühere Funktion einer Ehrenhalle wurde aufgegeben und aus dem Turmraum ein Raum der Stille gemacht. Die Kreuze der Kriegstoten blieben dabei erhalten, wurden aber ergänzt: Unter dem Fenster wurde ein neues Zentrum mit Steinen von St. Annen gebildet, die von zahlreichen Umbauten übriggeblieben sind. Zusätzlich steht ein altes Giebelkreuz in der Mitte der Steine.

Die Steine stehen für die Brüchigkeit des Leben und nehmen damit die Kreuze neu auf: nicht das ehrende Gedenken an Soldaten des 2. Weltkrieges steht nun im Mittelpunkt, sondern die ganz persönlichen Brüche unseres Lebens, an die uns besonders die Namenskreuze erinnern. Mit seinen Gebetshockern lädt der Raum heute zum Innehalten und zum Gebet ein. In der besonderen Ruhe dieses Raumes können Sie ein Gebet sprechen, eine Kerze anzünden und diese auf die Steine legen als Zeichen dafür, dass in die Brüche unseres Lebens Gott ein Licht setzt, das uns hilft, damit umzugehen. Treten Sie ein und erleben Sie die besondere Atmosphäre dieses Raumes.